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2022-07-27 Mittwoch Tag 53


Werde heute die Mosel erreichen um mich dort, wie bereits zu Beginn der Reise, mit meiner Familie zu treffen.
Mit den ersten ins Rheintal fallenden Sonnenstrahlen räume ich meine Fluchtstätte und packe wie in den Tagen zuvor meine Sachen ein. Musste in der Nacht wegen eines üblen Schnarchers im benachbarten Zelt, mit Matte und Schlafsack in eine ruhige Ecke des Campingplatzes umziehen.
Nun ist es das letzte Mal während dieser Tour, so zelebriere ich den Ablauf ein wenig und sehe etliche dieser Vorgänge als Film vorüberziehen. Ebenfalls wie immer ist die Reihenfolge am Morgen so, dass zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen in Form eines Frühstücks folgt. Es hat sich als praktisch erwiesen, einen der beiden Seitenkoffer des Motorrades ausschließlich als Küchenkoffer zu nutzen. So kann ich diesen morgens zu einem gemütlichen Platz bringen und habe alles beieinander um mein Käffele zu richten, die Zutaten zu sortieren und den Zustand vom Käse zu beurteilen.

Auf dem netten jedoch sehr lauten Platz bei Leutersdorf am Rhein, der Zuggüterverkehr läuft in der Nacht in 50 Meter Entfernung vom Zelt, die gegenüberliegende Bundesstraße pennt nicht und es gibt Schnarcher, die das alles noch übertönen, konnte ich beim gestrigen Einchecken Brötchen bestellen. Die kommen um 08:30 Uhr angerollt und können im Platzbüro abgeholt werden.
Mein Frühstücksplatz liegt vis a vis vom Büro. So darf ich teilnehmen an der Prozession der Dauercamper, welche den Vorzug der Semmelbestellung ebenfalls nutzen und nun grüppchenweise antreten.
Das ist grundsätzlich ein Unterschied zu den über 40 Campingplätzen, die ich in den letzten Wochen besucht habe. In Deutschland gibt es diese Dauercamper in einer Stärke, dass sie locker 80% eines Platzes beanspruchen, in keinem der bereisten Länder kommt das so vor. Die Plätze haben dadurch einen ganz anderen Charakter, als Platz-Besucher kommt man in ein Dorf. Man wird von den „Eingeborenen“ zwar akzeptiert, jedoch hat man den Eindruck, dass eine sehr umfassende Einschätzung des Neuankömmlings stattfindet. Im besten Fall, und das kommt erfreulicherweise immer wieder vor, kommt einer von ihnen und fragt nach dem Woher und Wohin. Die Dauercamper bilden hier ihr Heim ab oder haben hier erst ( abhängig von ihren Wohnverhältnissen, Platz, Eigentum, Miete, Nachbarn ) die Möglichkeit sich so einrichten, wie sie es gerne hätten. Getrieben wird dies durch die Verfügbarkeit von geeigneten Gegenständen, dazu gehört auf jeden Fall der Gartenzwerg, welcher heute mit LED illuminiert den Eingang jeder Burg ziert. Ergänzt durch die, mit unendlich vielen kleinen Lämpchen besetzten LED-Lichterketten. Die unverwelkbaren Blumen auf dem Klapptisch, der mit Soprangebell agierende Fifi an der Kette, die quietschbunten Schonbezüge auf den hochkomfortablen Campingstühlen, runden das Bild ab. Aus meiner Sicht wird die Implementierung vervollständigt und somit gekrönt durch den morgendlichen Gang zum Sanitärbereich und dem damit verbundenen Auftritt im Bademantel. Ein „Catwalk“ der besonderen Art.
Wo wollte ich hin ? Ach ja, zur Mosel. Sorry.
Mithilfe einer Rheinfähre gelange ich an das Westufer des Rheins, dringend erforderlich, um ab dort auf die Höhen der angrenzenden Eifel aufzusteigen. Herrlich steht die noch tiefe Sonne über den erntereifen Kornfeldern. Eine Pracht. Die Landschaft ist offen, immer wieder hat man tolle Aussichten weit ins Land und die Straßen haben Kurven. Einfach sehr schön flowig zu fahren. Bis ich zum Mittag an der Mosel eintreffe, fahre ich noch einen Schlenker über die Vulkaneifel und nehme dabei die Burg Manderscheid mit.

Tag 54 verbringe ich an der Mosel, um am Freitag, den 29.07. mit der Heimfahrt nach Gundelfingen die Runde abzuschließen.

Wetter, Licht und Korn
Sehr schöne Originale in der Eifel
Burg Manderscheid in der Eifel
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