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2022-06-16 Donnerstag Tag 12

So, heute mal einen Faulenzertag eingelegt. Es fährt mit mir, das Motorrad. Es muss umgekehrt sein. Ich bin der Kapitän auf dem Schiff. Besinnung ist angesagt.
Es entstanden dann nur etwa 135 km auf ausgesprochen schön zu fahrenden Nebenstrecken. Das Motorrad vermittelte mir sein Vergnügen am Terrain. Habe ich halt drei Stündchen mitgemacht,
von Grimstad nach Solstrand an der Südküste Norwegens entlang.
Geographisch liegt der südlichste Punkt des Landes ( 57° 58,813′ ) hier in der Nähe vom wunderbar gelegenen Zeltplatz ( 58° 03,270′ ).
Das ist 7,89 km südlicher als der Standplatz des Zeltes. Steht also fest, dass ich die gesamte Nord-Südlänge Norwegens ( 1748 km ) bereisen werde.
Das Reisen über Nebenstrecken ist mit kaum mehr als 55 km/h im Schnitt zu machen. Die durch Beschilderung vorgegebenen Limits lassen kein höheres Stundenmittel zu. Oft sind sehr lange Straßenabschnitte, vollkommen unbelebt, unbewohnt, auf 60 km/h oder 50 km/h begrenzt. Vergleichbare Straßen dürfen dann wiederum mit 80 km/h befahren werden. Da fehlt mir noch die Logik. Die Norweger fahren sehr rücksichtsvoll. Dichtes Auffahren habe ich bisher nicht erlebt. Auch wenn besonders die Truckerfahrer deutlich über dem Erlaubten liegen, drängeln sie nicht. Dass sie schneller sind als ich stelle dadurch fest, dass ich die Limite einhalte ( mit GPS gemessen ) und sie mich relativ flott einholen. Dürfen dann bei passender Gelegenheit gerne passieren.

War heute auch träge im Aufnehmen von Bildern. Die technische Möglichkeit ist gemeint. Es gibt nur das eine, unten zu sehende Foto mit dem Blick aus meinem „Fenster“.

Von gestern noch erwähnenswert wäre das Befahren eines Kreises mit etwa 87 m Durchmesser. Dies sechsmal hintereinander ohne an die gleiche Stelle zu kommen. Ein in den Fels geschlagener Spiraltunnel, welcher 165 m nach oben führt, ermöglicht das seltsame Vorankommen. Der Aufwand dient zur Erreichung eines Aussichtspunktes oberhalb der Stadt Drammen, westlich von Oslo. Es ist der Spiraltunnel mit dem weltweit größtem Drehwinkel. An diesem Vormittag hauptsächlich genutzt von Joggern und Gassigehern, oder auch in Kombination, welche sich oben auf den Waldwegen tummeln.

Beim Durchfahren der Orte riecht es oft nach frischer Farbe. Klar, das muss man ja eigentlich regelmäßig wahrnehmen. So picco bello wie die Holzhäuser dastehen, muss immer wieder frisch aufgetragen werden. Weiß und dieses unverwechselbare skandinavische Rot sind die vorherrschenden Farben. Nur selten gibt es abweichend koloriertes.

Ab morgen drehe ich wieder auf Nord.

Solstrand. Blick aus meinem Reisefenster. Tag 12
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