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2022-07-02 Samstag Tag 28

„Great Junction“, bei einer USA-Reise, so um 1990 herum, war es. Das kam mir heute ein den Sinn, als ich den Tag in Skaidi beschloss. Es ist eine Verbindung zweier bedeutender Straßen. Von Bedeutung sind hier bereits alle Straßen, denn es gibt nicht mehr viele. In Skaidi treffen die „E6“ und die „94“ aufeinander. Egal aus welcher Richtung man kommt, man hat sehr lange nur diese Straße gesehen. Einzelne Datschen stehen mal herum, aber das war’s dann auch schon. „Great Junction“ also. Eine Tankstelle, ein dazugehöriger Kiosk, benachbart noch eine Werkstatt für Motorschlitten. Der Kiosk ist dann der Treffpunkt. Hierher kommt der Farmer, um Neuigkeiten zu erfahren. Sein Sohn holt sich einen HotDog. Nordkapreisende versorgen ihre Kids. Motorradfahrer tanken auf. Das Geschenk zum Geburtstag fehlt noch. Schrauben für die Reparatur der Stalltüre werden benötigt. Der Wanderrucksack muss ersetzt werden. So wandelt man durch diesen Kiosk, wechselt innerhalb von 40 cm Wegstrecke vom Gemüse- in den Tiefkühlbereich und danach gleich zu den Spielsachen. Dreht sich einmal herum und erkennt die gute Auswahl an Schrauben, kann derweil mit der rechten Hand eine Bierdose aus dem Kühlschrank angeln, sieht 2 m voraus das passende Geburtstagsgeschenk. Auf dem Weg zur Kasse eben noch den HotDog mit einer großen Auswahl an Soßen zur Selbstbedienung. Das alles spielt sich auf etwa 100 m² ab. Die wenigen Einkaufswägelchen sind kompatibel, passen überall durch, Gegenverkehr ist jedoch nicht möglich. Eine geniale Stimmung in solch einem Laden. Eine unglaublich bunte Mischung von Kunden und Begehrlichkeiten. 99% sind, so schätze ich, zufrieden mit dem Einkauf.
Die Fahrt hierher war sehr abwechslungsreich und gleichzeitig ein wenig beschwerlich. Satte 32°C zeigte das Thermometer. Eine unausweichliche Hitze. Schlimm sind die langen Geschwindigkeitsbeschränkungen auf 50 km/h. Da gibt es nicht mehr genügend kühlenden Fahrtwind, das ist meine Klimaanlage !
Ganz schön sind lange Tunneldurchfahrten, dunkel und mit 12°C herrlich kühl. Eine witzige Begegnung hatte ich da heute. Vor einem der Tunnel ein Hinweisschild auf Rentiere. Kurz nach der Einfahrt steht da wirklich ein Rentier ( ohne Licht ) im Tunnel. Seelenruhig stand es da, genoss möglicherweise auch die kühle Luft, welche aus dem Tunnel nach aussen strömt.
Die Landschaft wechselte mehrfach zwischen den typischen Fjorden und moorigen Hochebenen. Birken wachsen in großer Zahl zwar noch himmelwärts, jedoch kaum mehr als etwa 7 Meter hoch. Sie bestimmen das Bild der Wälder.
Nun bin ich noch etwa 120 km von Honningsvag entfernt, dem Basislager vom Nordkap. Von dort sind es noch 30 km bis zum nördlichen Ende Europas. Werde also morgen das Kap erreichen.

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